Achtsam essen-Hunger richtig deuten lernen

Achtsam essen

Hier ein Brötchen auf die Hand, da ein Snack zwischen dem Meeting. Schnell noch ein paar Süßigkeiten für die Nerven und ein Glas Rotwein am Abend zum abschalten. Jeder kennt es, jeder macht es. Der Alltag hat uns manchmal fest im Griff und beeinflusst so auch unser Essverhalten. Wir essen dadurch oft mehr als wir wollen und meist nicht das was uns eigentlich gut tut. Um zu verstehen warum wir uns in manchen Situationen so unachtsam verhalten hilft es unterscheiden zu lernen um welche Art von Hunger es sich gerade handelt, wie wir mit ihm umgehen können und welche Bedürfnisse sich dahinter verbergen.

Augenhunger

Der Hunger entsteht durch den Anblick von Speisen. Leckere Gerichte im Fernsehen und gutaussehende Desserts wecken in uns das Gefühl, das auch haben zu wollen. Er macht quasi Lust auf mehr.

Tipp! Augenhunger hat nichts mit dem „echten“ Hunger zu tun und ist meist nur Appetit, der uns dazu verleitet, mehr essen zu wollen als eigentlich notwendig.Jedoch kann ein liebevoll angerichteter Teller unser Wohlbefinden erheblich steigern und mehr Freude am Essen mit sich bringen. So genießt etwa in Japan die Kunst der ästhetischen Zubereitung von Mahlzeiten besonders hohes Ansehen.

Nasenhunger

Der Hunger entsteht durch den Geruch von Speisen. So zum Beispiel der morgendliche Geruch nach Kaffee, frisch gebackenen Brötchen oder beim Grillen.

Tipp! Nasenhunger ist kein „echter“ Hunger. Isst man regelmäßig und ausgewogen, hat der Nasenhunger meist keine Chance. Auch eine Duftlampe und das bewusste wahrnehmen anderer Gerüche wie bspw. Pfefferminzöl wirken dem Nasenhunger entgegen.

Mundhunger

Ist oft das Bedürfnis nach etwas Abwechslung und wird besonders durch den Geschmack einer Speise ausgelöst. Auch Durst oder einseitige Ernährung können Mundhunger hervorrufen.

Tipp! Abwechslung im Speiseplan sowie ausreichendes und regelmäßiges Trinken helfen, Mundhunger zu vermeiden.

Herzhunger

Kommt man durch die Frage auf die Spur, was man gefühlt hat, unmittelbar bevor der EssImpuls aufgetaucht ist. Man spricht auch vom Emotionalen Hunger.Oft sind es Langeweile, Enttäuschung, Ungeduld, Ärger, Angst, Trauer oder sogar Verwirrung. Wir versuchen dann mit Essen die eigentlichen Bedürfnisse zu kompensieren wie bspw. fehlende Nähe, Wertschätzung, Hilflosigkeit.

Tipp: Der Herzhunger wird zumeist dadurch gestillt, indem wir das eigentliche Problem hinter dem Impuls herausfinden. Denn wenn Hunger nicht das Problem ist, ist Essen nicht die Lösung.

Gedankenhunger

Gedankenhunger entsteht durch Pflichtgefühl und Glaubenssätze, die oft mit „Man soll“ beginnen. Bspw. „Man soll 5 Stück Obst/ Gemüse essen und 2 Liter Wasser am Tag trinken.“

Tipp! Diesen Hunger kann man stoppen, indem man aufhört, Nahrungsmittel in „gut“ und „böse“ einzuteilen und lernt, auf seinen Körper zu hören.

Magenhunger

Magenhunger ist der „richtige“ Hunger. Er zeigt sich durch ein Leeregefühl im Bauch und Magenknurren. Diese Art von Hunger ist wichtig, da sie uns an die überlebensnotwendige Nahrungsaufnahme erinnert.

Tipp! Dieser Hunger sollte nicht ignoriert werden. Hier gibt es nur eins: Essen – und zwar in der richtigen Menge.

Zellulärer Hunger

Der zelluläre Hunger zeigt durch Heißhunger eine Mangelsituation an und sorgt dafür, dass der Körper genau jene Nährstoffe bekommt, die die Zellen für ihr physiologisches Gleichgewicht brauchen. Er ensteht hauptsächlich durch einseitige und falsche Ernährungsweise.

Tipp! Mit einer ausgewogenen und ballaststoffreichen Ernährung gehören Heißhunger Attacken der Vergangenheit an, da sich hier der Blutzuckerspiegel im Gleichgewicht befindet.

Wie uns Achtsamkeit dabei hilft...

Mit Achtsamkeit lernen wir zwischen den verschiedenen Arten von Hunger und unseren Bedürfnissen zu unterscheiden. So können wir bereits bevor die Packung Chips oder die komplette Schokoladentafel leer sind in uns hinein hören und feststellen ob wir bereits satt sind oder ob hier vielleicht nur versucht wird etwas anderes zu kompensieren.

Frage dich deshalb öfter…welcher Hunger spricht gerade? Woher kommt der Impuls etwas bestimmtes zu essen? Ist Essen gerade wirklich das Bedürfnis, dass gestillt werden muss?

Achtsamkeit kann uns somit schützen etwas zu uns zu nehmen, was nicht dem eigentlichen Bedürfnis entspricht. Durch Achtsamkeit lernen wir auch wieder bewusst die unterschiedlichen Geschmäcker wahrzunehmen und zu genießen.

Du interessierst dich für Achtsamkeit? Dann schaue dir gerne auch meine anderen Artikel zu diesem Thema an : Achtsam  durch die Feiertage

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