Was ist die Planetary Health Diet?

Was ist die Planetary Health Diet?

Planetary Health Diet

Gibt es eine Ernährungsform die,  Probleme wie Hungersnöte, Zivilisationskrankheiten und die globale Erderwärmung eindämmen könnte? Diese Frage haben sich auch 37 internationale Wissenschaftler*innen aus verschiedenen Disziplinen und 16 Ländern 2 Jahre lang intensiv gestellt und gemeinsam auf der Grundlage wissenschaftlicher Daten die Planetary Health Diet entwickelt.

Ziel der „Planetary Health Diet“ ist es: 

Die wachsende Weltbevölkerung satt zu bekommen, ohne unseren Planeten dabei zu zerstören und die Gesundheit zu fördern!

Wow, klingt ganz schön ambitioniert und ist keine leichte Aufgabe. Die Herausforderungen sind groß, denn nicht nur die wachsende Weltbevölkerung stellt ein massives Ressourcenproblem dar, sondern auch der Klimawandel! Eine ungesunde Ernährung mit vielen tierischen Produkten ist demnach nicht nur ein Risikofaktor für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt.

Warum ist das so wichtig?

  • Was wir essen, wie Lebensmittel produziert, angebaut und verarbeitet werden hat einen sehr großen Einfluss auf unser Klima! Der Klimawandel bedroht massiv Lebensräume, sowie Lebensmittelsicherheit und fördert soziale Ungerechtigkeit
  • Die Weltbevölkerung wächst und zwar schnell, unsere Ressourcen sind jedoch nur begrenzt
  • ca. 11 Millionen Todesfälle jährlich entstehen allein durch ungesunde Ernährung und ihre Folgeerkrankungen

Hier ein Überblick: So schnell wächst die Weltbevölkerung:

Planetary Health Diet

Eines ist sicher: Die Zukunft isst mehr pflanzlich!

Das ist wichtig! Denn die Lebensmittelbedingten Pro Kopf Emissionen müssen bis 2050 ungefähr halbiert werden um sicherzustellen, dass 10 Milliarden Menschen gesund und gerecht ernährt werden können. Hochrechnungen der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der vereinten Nationen FAO verdeutlichen zusätzlich den enormen Flächenbedarf tierischer Produkte:

77 % der landwirtschaftlich genutzten Flächen weltweit, werden allein für den Anbau von Futtermitteln und als Weideland genutzt, tragen aber mit den daraus produzierten Fleisch und Milchprodukten mit gerade mal 18% zur weltweiten Energieversorgung und mit 37% zur globalen Proteinversorgung bei. Der Rest wird durch pflanzliche Lebensmittel direkt abgedeckt, welche aber nur auf 23% der globalen Flächen erwirtschaftet werden.

Das bedeutet im Endeffekt: Das mit pflanzlichen Lebensmitteln wesentlich mehr Menschen  ernährt werden könnten, als mit tierischen, für die gleiche Fläche!

Wie sieht die Planetary Health Diet nun aus?

Wie man hier gut sehen kann liegt der Fokus eindeutig auf den pflanzlichen Komponenten. Schließt aber tierische Produkte nicht komplett aus. Diese sind jedoch optional anzusehen und nicht als „Muss“ oder als Empfehlung. So bleibt genügend Spielraum für alle, denen es schwer fällt sich rein pflanzlich zu ernähren. Im Gegensatz zu früheren Ernährungsempfehlungen nehmen tierische Produkte nicht mehr so viel Platz ein und spielen nur noch eine untergeordnete Rolle im Gegensatz zu pflanzlichen Proteinquellen.

Und so sehen die Empfehlungen im Einzelnen dazu aus: ( Als Orientierung befinden sich die Minimum und Maximum-Werte für Gesundheit- und Umweltverträglichkeit in Klammern )

1. Kohlenhydrate

  • Vollkorngetreide: 232g
  • Stärkehaltiges Gemüse (Kartoffeln, Maniok): 50g (0-100g)
  • Gemüse: 300g (200-600g)
  • Obst: 200g (100-300g)

2. Proteinquellen

  • Rind-, Lamm, oder Schweinefleisch: 14g (0-28g)
  • Geflügel: 29g (0-58g)
  • Eier: 13g (0-25g)
  • Fisch: 28g (0-100g)
  • Hülsenfrüchte: 75g (0-100g)
  • Nüsse: 50g (0-75g)
  • Milchprodukte (Vollmilch oder aus dieser Menge hergestellte Produkte): 250g (0-500g)

3. Fette

  • Ungesättigte Fette (Oliven-, Raps-, Sonnenblumen-, Soja-, Erdnuss-, Traubenkernöl: 40g (20-80g)
  • Gesättigte Fette (Palmöl, Schmalz, Talg): 11,8g (0-11,8g)

4. Zugesetzter Zucker

  • Alle Süßungsmittel: 31g (0-31g)

Zugegeben, es hört sich erstmal ganz schön kompliziert an und wenig praktikabel mit den ganzen Gramm Berechnungen. Wer isst schon 13g von etwas?! Vermutlich keiner, aber…jetzt kommt die Entwarnung 😉 Keiner muss sich akribisch an diese Werte halten! Sie dienen lediglich als Richtwert. Auch sind die Empfehlungen auf eine tägliche Energieaufnahme von 2500 kcal berechnet worden, was für den Einzelnen teilweise viel zu viel und für den anderen viel zu wenig sein kann. Hier kann man also keine pauschalen Aussagen treffen, weil die persönlichen Lebensumstände und somit der Bedarf stark variieren. 

Eines lässt sich aber ganz gut ablesen: Der Trend, wenn man Fleisch & Co nicht ganz weglassen möchte geht wieder hin zum Sonntagsbraten und zu einem bewussten Konsum sowie mehr Wertschätzung.

 

Zusammenfassung:

  • Die Planetary Health Diet stellt pflanzliche Lebensmittel in den Mittelpunkt, sie muss jedoch nicht komplett vegan oder vegetarisch umgesetzt werden. Ziel ist es den Fleischkonsum zu halbieren (dazu zählen auch Wurstwaren!) und den Verzehr von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Nüssen zu verdoppeln.
  • Die einzelnen Angaben müssen nicht akribisch umgesetzt werden und sind eher als Richtwerte zu verstehen. So kann sie flexibel und individuell an persönliche Vorlieben und kulturelle Traditionen angepasst werden.

Im Vergleich zu den aktuellen Ernährungsrichtlinien der nationalen Ernährungsgesellschaften wäre die Planetary Health Diet ein echter Game Changer, denn mit den jetzigen Richtlinien der G20- Länder kann die globale Erwärmung bei unter 1,5 °C leider nicht erreicht werden.

Quelle:

Die EAT-Lancet- Kommission für Ernährung, Planet, Gesundheit https://eatforum.org/eat-lancet-commission/the-planetary-health-diet-and-you/

The Lancet, Gesundheitliche Auswirkungen von Ernährungsrisiken in 195 Ländern, 1990-2017: Eine systematische Analyse für die Global Burden of Disease Study 2017 https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(19)30041-8/fulltext#seccestitle160

Brigitte Rohm, Ökotest, Kategorie Essen & Trinken 2020 https://www.oekotest.de/essen-trinken/Planetary-Health-Diet-Gute-Ernaehrung-fuer-uns-und-fuer-die-Erde_11128_1.html

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